Rückblick in die Geschichte: Lichttherapie - seit Jahrtausenden bekannt Drucken
Die Lichttherapie blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon seit tausenden von Jahren schätzen Menschen auf der ganzen Welt die große Bedeutung des Lichts und seinen positiven Einfluss auf die normale Funktionsweise des menschlichen Körpers.
 
Die erste zu Therapiezwecken eingesetzte Lichtquelle war das Sonnenlicht. Die Verwendung des Sonnenlicht zur medizinischen Behandlung wird als Heliotherapie bezeichnet. Die ersten noch anekdotenhaften Aufzeichnungen lassen den Schluss zu, dass die Heliotherapie seit etwa 1400 v. Chr. im Gebrauch ist. So behandelten die Hindus Patienten mit Hautkrankheiten zuerst mit verschiedenen Pflanzen und setzten sie dann dem Sonnenlicht aus. Hippokrates, der im 5. Jahrhundert v. Chr. lebte, empfahl das Sonnenlicht zur Behandlung einer Vielzahl von Krankheiten. Die Ärzte des alten Ägyptens, Griechenlands, Roms und des arabischen Raums integrierten die Lichttherapie in die allgemeinen medizinischen Behandlungsmethoden. Obwohl viele Ärzte des Altertums glaubten, dass der therapeutische Effekt des Sonnenlichts auf die Wärme der Sonne zurückzuführen sei, gab es damals noch keine wissenschaftliche Erklärung für die Sonnenlichttherapie.
 
Am Ende des 19. Jahrhundert wurde die Heliotherapie von vielen Ärzten anerkannt. 1903 eröffnete Dr. Roller in Leysin in der Schweiz das erste Krankenhaus für die Behandlung von Tuberkulose und Rachitis durch Sonnenbestrahlung. 1914 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel "La Cure du Soleil", in dem er über seine Ergebnisse mit der Heliotherapie berichtete.
 
Die Bestrahlung mit Sonnenlicht unter freiem Himmel war im ersten Weltkrieg (1914-1918) und im zweiten Weltkrieg (1939-1945) eine weit verbreitete Methode zur Behandlung von Wunden in Grossbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland.
 
Von der Heliotherapie zur Phototherapie
Das Wissen um die wichtigsten therapeutischen Wirkungen des Sonnenlichts veranlasste viele Wissenschaftler dazu, Filter für Sonnenstrahlungen und künstliche Lichtquellen zu entwickeln und einzusetzen. So wurde die Phototherapie schliesslich eine Alternative für die Heliotherapie.
 
Moderne Lichttherapie - die Erfindung
Im Jahr 1893 entwickelte der dänische Arzt Nils Ryberg Finsen eines der ersten Geräte, mit dem er in der Lage war, synthetisches "Sonnenlicht" mit einem technischen Verfahren zu erzeugen. Die Vorteile des syntetischen Lichts liegen eindeutig auf der Hand: Parameter wie Intensität und emittiertes Lichtspektrum können individuell eingestellt werden. Im Zeitraum von 1895 bis 1903 behandelte er mehr als 950 Patienten mit Lupus vulgaris (Tuberkulose der Haut) mit gefiltertem, synthetischem "Sonnenlicht".
 
1903 wurde ihm der Nobelpreis für Medizin für seine Forschungen auf dem Gebiet der Lichttherapie und seine ausserordentlichen therapeutischen Ergebnisse verliehen. Dr. Finsen wird daher als Begründer der modernen Lichttherapie angesehen. 
 
Mehr Informationen über Nils Ryberg Finsen: wikipedia

 

 
Für weitere Informationen nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.